Breitrandschildkröte

Erscheinungsbild / Merkmale

Die hinteren Randschilde der Breitrandschildkröten sind weit nach hinten ausgestreckt und manchmal leicht gewölbt. Sie haben daher ein bisschen den Anschein einer Schleppe und geben der Schildkröte ihren hier bekannten Namen. Der Panzer der Breitrandschildkröte ist sonst eher in die Länge gestreckt. Auf mittiger Höhe kann man bei vielen Tieren eine Art Taille feststellen.

Die Tiere haben einen sehr dunklen Panzer, bei adulten Breitrandschildkröten ist die Grundfarbe nahezu schwarz. Der Panzer hat helle Flecken. Auf dem Bauchpanzer findet man sehr helle Flecken in Dreiecksform. Tiere die noch nicht in der Geschlechtsreife sind und noch als Jungtiere zählen, haben oft noch einen eher runden Panzer und keinen länglichen. Auch die Farbe ist noch deutlich heller. Da auch die breiten Randschilde hinten erst im Alter kommen, erkennt man am Fehlen dieser die Jungtiere.

Haltung

Die Breitrandschildkröte (Testudo marginata) ist von der Haltung eine sehr angenehme Landschildkröte. Sie braucht in unseren Breitengraden gleiche Bedingungen wie etwa die Griechische Landschildkröte oder Maurische Landschildkröte. Es ist wichtig die Breitrandschildkröte im Freigehege zu halten und keinesfalls in einem Terrarium – hierfür wird das Tier deutlich zu groß und ein Terrarium bietet nicht die nötigen Haltungsvoraussetzungen. Im Freiland wird ein Frühbeet oder Gewächshaus gebraucht, beides muss mit Technik wie Wärmelampen ausgestattet werden. Das Freigehege sollte für ein adultes Tier mindestens 10 qm groß sein. Die Nahrung besteht aus sämtlichen Wildkräutern die in freier Natur zu finden sind. Ratsam ist es, die Ernährung autark aufzubauen indem im Gehege Wildkräuter gepflanzt und gezüchtet werden.

Lebensraum

Der Lebensraum der Breitrandschildkröten befindet sich mehr in den Gebirgsregionen. Männchen und Weibchen leben in Höhen bis 1.600 Meter. In diesen Höhenlagen ist es wichtig ausreichend Temperatur zu erhalten. Hier kommt den Breitrandschildkröten ihr dunkel gefärbter Panzer zu Gute, der die Wärme kleinster Sonnenstrahlen direkt aufnimmt und die Körpertemperatur steigen lässt.

Im Lebensraum ernährt sich die Breitrandschildkröte hauptsächlich von Pflanzen die auf den Wiesen der mediterranen Regionen wachsen. Weibchen die Eier in sich tragen, genau wie Jungtiere, machen sich auch über tierisches Eiweiß aus Regenwürmern und Schnecken her. Die Nahrungssuche findet bei den Landschildkröten bevorzugt vormittags statt. Mittags zur heißen Tageszeit verstecken sie sich im Schatten und warten auf die Nachmittagstemperaturen.

Wer diese Schildkröten halten möchte, sollte sich mit der Natur in der die Tiere leben auseinandersetzen. Das Vorkommen reicht vom südlichen Griechenland bis nach Albanien. In Griechenland vor allem vom Peloponnes bis Olymp. Im Nordosten von Sardinien sind ebenfalls inzwischen Breitrandschildkröten angesiedelt. Echte Unterarten der Breitrandschildkröte gibt es nicht. Sie gehört zu den Landschildkrötenarten die nicht in zig weitere Arten gegliedert sind.

Winterstarre ist für Breitrandschildkröten ein wichtiges Thema. Im Habitat halten sie zur kalten Jahreszeit eine Winterstarre. Jedoch unterbrechen sie diese an warmen Tagen und setzen sie danach fort. Anders als die Griechische Landschildkröte, geht die Winterstarre der Testudo marginata also nicht unbedingt ohne Unterbrechung über mehrere Monate.

Fortpflanzung

Gleich nach der Winterstarre beginnt die Schildkröte mit der Paarung und das macht sich u.a. daran bemerkbar, wie vehement die Männchen ein Weibchen verfolgen und zur Fortpflanzung drängen. Damit Weibchen nachgeben werden sie mehrfach und unaufhaltsam umkreist und in die Beine gebissen. Durch intensives Rammen bedrängen die Männchen die Weibchen zusätzlich, bis es sie schließlich aufreiten lässt. Die Fortpflanzung ist von deutlichen Lauten des Männchens geprägt. Das Weibchen streckt währenddessen nur den Kopf seitlich nach oben.

Die Weibchen vergraben die Eier an geeigneten Stellen in einer Höhle die sie zuvor ausheben. Für die Höhle braucht das Weibchen grabfähige, weiche Erde. Ist sie zu hart, kann sie die Erde aufweichen indem sie Wasser aus ihrer Analblase ablässt. Erst wenn die Höhle fertig ist, werden die Eier behutsam abgelegt und bis ans Ende der Höhle gerollt. Nach dem letzten Ei wird die Höhle wieder geschlossen und es beginnt eine Brutzeit von ca. 100 Tagen. Die Breitrandschildkröte legt bis zu 15 Eier pro Gelege und kann in einer Saison bis zu drei Gelege schaffen. Wer in Gefangenschaft eine eigene Nachzucht anstrebt, kann bereits nach 60 Tagen Brutzeit die ersten Jungtiere erwarten. Gebrütet wird bei konstanten 31,5 Grad.

Die Breitrandschildkröte hat eine Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren in Gefangenschaft.

Titelbild: ID 75208739
Urheberrecht: phil_bird
Bildquelle: depositphotos.com

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