Vierzehenschildkröten (Testudo horsfieldii) sind sehr beliebte Landschildkröten in der privaten Haltung. Viele bezeichnen die Vierzehenschildkröte auch als Steppenschildkröte oder Russische Landschildkröte. Sie gehört zur Gattung der Testudo. Die Schildkröte gehört zu den kleinen bis mittelgroßen Landschildkröten und erreicht als Weibchen eine Panzerlänge von ca. 25 cm. Die männlichen Tiere werden nur etwa 15 bis 18 cm groß. Die Tiere können ein Gewicht von bis zu 2 Kilogramm erreichen. Meistens aber wiegen sie 800 bis 1200 Gramm.

Vierzehenschildkröte

Optische Merkmale

Die eher kleine Größe der Vierzehenschildkröte ist nur ein Merkmal, aber keines wodurch man sie definitiv erkennen kann. Ein weiteres Merkmal ist der Panzer. Sie hat einen ovalen, fast kreisrunden Rückenpanzer der zudem noch ziemlich flach ist. Weit flacher als bei anderen Arten der Gattung Testudo. Eine gelbe bis braune und auch olive Färbung zeichnet die Grundfarbe des Panzers. Hinzu kommen dunkle Flecken. Die Vierzehenschildkröte hat grundsätzlich nur vier Zehen, woher auch ihr Name abgeleitet wird. Andere Arten haben meistens fünf Zehen.

Geschlechtserkennung

Man erkennt die männliche Vierzehenschildkröte an ihrem gewölbten (konkaven) Bauchpanzer der ihr das Aufreiten auf die Weibchen erleichtert und ihnen Halt bietet. Die männlichen Tiere haben einen längeren und dickeren Schwanz als die Weibchen. Dafür sind die weiblichen deutlich großer und haben einen ganz flachen Bauchpanzer.

Vorkommen & Lebensraum

Insgesamt spricht man von vier Unterarten der Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldii), die man vom Kaspischen Meer über Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan bis hin in den Osten des Iran und Norden von Afghanistan finden kann. Manchmal findet man die Vierzehenschildkröte sogar bis rüber ins westliche China. In ihren Lebensräumen findet man immer wieder steinige und karge Landstriche, daher hat die Vierzehenschildkröte auch ihren weiteren Namen „Steppenschildkröte“. Sie kann sich gut in trockenen und ariden Gebieten anpassen. Am häufigsten jedoch sind die Tiere in der Nähe von Flüssen anzutreffen.

Winterstarre der Russischen Landschildkröte

Im natürlichen Lebensraum ist die russische Landschildkröte stark konträren Klima-Bedingungen ausgesetzt. Während im Sommer die Hitze sogar bis zur Sommerruhe der Tiere führt, ist die russische Landschildkröte jährlich oft im Oktober bereits durch bis zu -21 °C kalten Temperaturen zur Winterstarre gezwungen. In Gefangenschaft erleben die Tiere i.d.R. ab Mitte November die Winterstarre bei einer Temperatur von 2 °C bis 4 °C. Dazu graben sich die Schildkröten ins Erdreich ein. Das natürliche Habitat ermöglicht Tunnel die bis zu 2 m tief sind. Im Freigehege in Gefangenschaft ist die russische Landschildkröte meist 30 bis 60 cm tief im Gehege vergraben. Dafür legen viele Halter extra eine Überwinterungsgrube an, die von unten vor Fressfeinden geschützt ist und von oben zum Beispiel durch ein Frühbeet, Schutz vor Frost bietet.

Wichtig für die Vierzehenschildkröte ist die konstante Temperatur von 2 °C bis 4 °C. Es darf für die Winterstarre nicht wärmer sein, da sonst keine richtige Starre stattfindet. Vierzehenschildkröten halten im Freigehege genauso lange Winterstarre wie die Griechische Landschildkröte zum Beispiel auch. Meist sind das etwa 5 Monate. Viele Schildkröten kommen im Frühjahr ab April aus ihren Höhlen und werden dann ziemlich schnell aktiv.

Anmeldung ohne Papiere / EU-Bescheinigung

Die Vierzehenschildkröte (russische Landschildkröte, auch Steppenschildkröte) benötigt in Deutschland keine behördlich ausgestellten Papiere. Ohne diese Papiere bedeutet jedoch nicht, dass die Meldepflicht für die Russische Landschildkröte nicht zutrifft. Sie steht wie andere europäische Landschildkröten auch, ohne dem Washingtoner Artenschutzabkommen und ist im Anhang II eingestuft.

Es dürfen nur innerhalb der EU gezüchtete Tiere die Ländergrenzen überschreiten und auch nur diese Tiere dürfen abgegeben werden. Trotz das ohne behördliche Papiere ein Besitz erlaubt ist, muss die Herkunft nachgewiesen werden. Wer eine Vierzehenschildkröte kauft, braucht daher vom Züchter einen ordentlichen Herkunftsnachweis. Wenn der Kauf nicht beim Züchter stattfindet sondern bei einem zwischenzeitlichen Besitzer, so verfügt dieser i.d.R. über einen solchen Nachweis vom Züchter und überreicht diesen bei der Übergabe mit.

Vom Erwerb einer Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldii) ohne richtigen Herkunftsnachweis ist dringend abzuraten. Wenn die Herkunft und Abstammung nicht korrekt nachgewiesen wird, kann dies zur Beschlagnahmung der Schildkröten führen.

Die Anmeldung erfolgt i.d.R. bei der Natur- und Artenschutzbehörde und ist kostenfrei. Einfach bei der eigenen Gemeinde nachfragen. Die Mitarbeiter der Gemeinde teilen dir mit, wie du die Schildkröte in deiner Region anmelden musst. Oft reicht hier ein formloses Schreiben. Wenn eine Schildkröte verstirbt, muss diese bei der Gemeinde wieder abgemeldet und als verstorben gemeldet werden. Nur so kann eine gute Datenbank zur Population von Landschildkröten geführt werden.

Titelbild ID: 4924451
Urheberrecht: Petrichuk
Quelle: depositphotos.com

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