Schildkröteneier ausbrüten

Schildkröteneier ausbrüten

Schildkröteneier lassen sich in der Natur oder im Inkubator (Brutapparat) ausbrüten. Während die Naturbrut in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur in wenigen Sommern wirklich gelingt, ist die künstliche Brut im Inkubator ein sehr einfacher Vorgang. Mit einem Brutapparat lassen sich Schildkröteneier in 50 bis 65 Tagen erfolgreich ausbrüten.

Die meisten Landschildkröten haben 2x jährlich eine Eiablage. Sobald die Eier im Gehege abgelegt sind, können sie vorsichtig entnommen und in den Inkubator überführt werden. Wichtig hierbei: die Schildkröteneier niemals drehen! Im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten, müssen die Eier der Schildkröten immer in der gleichen Position bleiben.

Inkubator (Brutapparat) für Schildkröten

Bevor Schildkröteneier ausgebrütet werden können, muss ein Inkubator zur Verfügung stehen. Wir haben zwei Modelle die wir hierfür besonders empfehlen können. Beide Geräte eignen sich fürs Ausbrüten von Reptilieneiern. Wobei wir in erster Linie den Easy Breeder von HOBBY empfehlen würden, da dieser bei der Temperatur noch mehr Spielraum bietet und sich gezielter Eier auf weibliche Tiere ausbrüten lassen.

HOBBY 36319 Easy Breeder
  • Für 18 Inkubationsbehälter in der Größe von Heimchen-Boxen
  • Integrierter digitaler Temperaturregler mit hoher Genauigkeit von 0,1 °C
  • Durch Heiz-Lüftungs-Kombination, Verhinderung schwankender Temperaturen und sorgt für erstklassige Schlupfraten
  • Wasserrinnen sorgen für genügend Luftfeuchtigkeit während der Brut- und Schlupfphase
  • Memorychip gegen Datenverlust bei Stromausfall

Der Egg-O-Bator von Lucky Reptile ist ebenfalls ein guter Inkubator, jedoch kann er maximal auf 32 °C eingestellt werden und die Sicht auf die Eier ist versperrt, da der Brutapparat keinerlei Sichtfenster etc. hat. Da viele Züchter auf eine Temperatur von 32,5 °C bis 33 °C setzen, um gezielt eine größere Wahrscheinlichkeit für weibliche Schildkröten zu provozieren, wird das mit diesem Gerät eher knapp.

Angebot
Lucky Reptile Inkubator Egg-O-Bator
  • Brutapparat für Reptilieneier
  • Patentierte Temperatursteuerung
  • Einfache Handhabung
  • Hohe Sicherheit - TÜV geprüft
  • Geringer Stromverbrauch, im Schnitt nur 5W

Beide Brutapparate können nur Wärme erzeugen, jedoch nicht kühlen. Deshalb muss der Inkubator unbedingt an einem Ort stehen, der sich nicht zu sehr aufwärmt. Im Sommer ist das Dachgeschoss eine sehr unangenehme Idee. Wir haben den Inkubator im Keller. Dort muss er zwar fast permanent aktiv den Innenraum erhitzen weil die Temperatur außerhalb vom Gerät niedrig ist, aber dafür kann er nicht versehentlich zu warm werden.

Diesen Aufwand ersparen wir uns und setzen stattdessen aufs Lucky Reptile Hatch Rite Substrat. Das Substrat ist bereits feucht in der Verpackung und wird direkt in die Schalen im Inkubator gegeben. Direkt auf das Substrat werden die Eier gelegt. Eine Wasserzugabe ist nicht nötig. Die Feuchtigkeit im Substrat reicht problemlos für die komplette Brutzeit, die zwischen 50 bis 65 Tagen liegt.

Angebot
Lucky Reptile Hatch Rite Substrat
  • Spezielles Brutsubstrat für Reptilieneier
  • Sofort gebrauchsfertig mit richtiger Feuchtigkeit
  • Keine Wasserzugabe und kein Nachfeuchten erforderlich
  • Hemmt die Schimmelbildung
  • Von Profis empfohlen!

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit im Inkubator liegt im Normalfall bei 70 bis 90 %. Durch das richtige Substrat wird dafür automatisch gesorgt. Sollte die Luftfeuchtigkeit unter 70 % sinken, ist mit einer geringen Menge Wasser nachzusteuern. Je nach Substrat ist es wichtig auf Schimmelbildung zu achten. Kommt es zu Schimmel, ist dieser großflächig zu entfernen. Wichtig auch hierbei: die Schildkröteneier nicht in ihrer Position verändern!

Für eine Brutzeit von 50 bis 65 Tagen ist eine Temperatur von mindestens 30 °C zu wählen. Irgendwo knapp über 30 °C liegt auch die sogenannte Scheiteltemperatur. Das ist die, bei der sich die Geschlechterbildung zwischen Männlich und Weiblich in etwa bei 50% hält. Darunter werden eher männliche Schildkröten ausgebrütet und oberhalb der Temperatur kommt es vermehrt zu weiblichen Schildkröten. Wir tendieren zu minimal über 32 °C als Bruttemperatur und nutzen keine Nachtabsenkung etc. Die Temperatur ist die ganze Zeit konstant.

Sind die Eier befruchtet oder unbefruchtet?

Es ist anfangs nicht einfach zu erkennen, ob Eier befruchtet oder unbefruchtet sind. Deshalb die Eier einfach vorsichtig in den Inkubator legen und den Brutvorgang beginnen. Nach ein paar Tagen bildet sich auf den befruchteten Eiern oben eine hellere Stelle als der Rest der Schale. Mit weiteren Tagen breitet sich dieser helle Fleck weiter auf der Schale aus, bis irgendwann das komplette Ei etwas heller ist. Wenn sich ein solcher Fleck bildet, ist davon auszugehen das die Schildkröteneier befruchtet sind.

Schildkröten schlüpfen

Der Schlupf ist für viele Halter der spannende Moment! Die eigene Nachzucht erblickt das Licht der Welt. Als erstes entstehen kleine Risse am Ei. Wer jeden Tag kurz nach den Eiern schaut, wird den Moment nicht verpassen. Nach weiteren Stunden kommt es zu einem kleinen Loch in der Eierschale. Dort arbeitet sich die Schildkröte mit dem Eizahn durch die Schale. Wenn der Kopf der Schildkröte aus dem Ei heraus ist, sollte das Ei aus dem Inkubator entnommen werden.

Die Eier werden in eine separate Schale überführt. In dieser Schale wird am besten ein frischer, nasser Lappen beigelegt, so dass sich am Grund kleine Pfützen bilden. Die kleinen Pfützen nutzen Jungtiere bereits beim Schlupf, um etwas zu trinken und Feuchtigkeit aufzunehmen. Meistens dauert es noch einen Tag, bis die Schildkröten sich vollständig aus dem Ei befreit haben. Ihnen sollte in dieser Zeit auch keinesfalls geholfen werden. Auf der Unterseite der Schildkröten ist dann oft der Dottersack zu sehen. Keine Sorge, dieser wird noch resorbiert.

Frische Jungtiere kommen, wenn der Dottersack verschwunden ist und der Panzer am Bauch geschlossen ist, in ein kleines Aufzuchtgehege. Dort werden sie wie alle anderen Schildkröten auch, mit Wildkräutern, Wasser, Licht und Wärme versorgt und erleben ihre erste Saison bis zur anstehenden Winterstarre.

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