Bei der Zierschildkröte (Chrysemys picta) handelt es sich um die einzige Art der Zierschildkröten (Chrysemys). Sie gehört zu den meistverbreiteten Wasserschildkröten die in Gefangenschaft in Mitteleuropa in einem Terrarium (Aquarium) leben. Der Lebensraum in Gefangenschaft sollte mindestens 200 Liter Wasser bieten.

Unterarten

  • Südliche Zierschildkröte (Chrysemys picta doralis)
  • Östliche Zierschildkröte (Chrysemys picta picta)
  • Mittelländische Zierschildkröte (Chrysemys picta marginata)
  • Westliche Zierschildkröte (Chrysemys picta bellii)

Größe der Zierschildkröte

Zierschildkröten können zwischen 12 bis 25 cm groß werden. Die Größe ist von der Unterart abhängig. Wer eine kleine Zierschildkröte sucht, sollte sich auf die südliche Art, die Chrysemys picta doralis, konzentrieren. Ihr Rückenpanzer wird nur 12 bis 15 cm groß und dadurch eignet sich besser fürs Terrarium / Aquarium als die anderen Unterarten.

Die Östliche Zierschildkröte und die Mittelländische Zierschildkröte, erreichen jeweils eine Große von 14 bis 18 cm. Wobei bei allen Unterarten zu beachten ist, dass Weibchen größer werden als die Männchen. Am größten wird mit bis zu 25 cm Rückenpanzer die Westliche Zierschildkröte (Chrysemys picta bellii), die auch Indianer-Zierschildkröte genannt wird.

Die korrekte Einordnung der Zierschildkröte ist wie folgt:

Klasse: Reptilien
Ordnung: Testudinata (Schildkröten)
Unterordnung: Cryptodira (Halsberger-Schildkröten)
Familie: Emydidae (Neuwelt-Sumpfschildkröten)
Unterfamilie: Deirochelyinae
Gattung: Chrysemys
Art: Zierschildkröte

Lebensraum der Zierschildkröte

Sie leben vor allem in langsam fließenden Bächen und anderen Gewässern. Der Boden ist schlammig und weißt eine sehr starke Vegetation auf. Die Zierschildkröte ist auch im Abwasser zu finden. Im Terrarium sollte ein großzügiger Landbereich, aber auch ein gut schwimmbarer Wasserbereich sein. Im Wasserbereich müssen große Steine liegen, die der Zierschildkröte für ein Sonnenbad dienen. Außerdem sollten Pflanzen und Hölzer auch aus dem Wasser herausragen. Unterwasser wie auch an Land, braucht die Schildkröte immer einen Platz um sich zu verstecken.

In der Natur sind die verschiedenen Arten der Zierschildkröte von der Ostküste Nordamerikas bis zur Westküste angesiedelt.

Verhalten und Fortpflanzung

Die Zierschildkröte ist wie alle Schildkrötenarten, ebenfalls Einzelgänger. Sie begibt sich allein auf Futtersuche und nimmt auch ihr Sonnenbad im eigenen Sinne. Das häufig mehrere Tiere an einem Ort sind, hängt mit dem optimalen Sonnenplatz und der bestmöglichen Futterstelle zusammen. Schildkröten haben ein sehr gutes Gedächtnis und merken sich gute Plätze. Da alle Zierschildkröten nahezu identische Anforderungen an eine gute Futterstelle etc. haben, liegt es nahe das mehrere Tiere an einem Ort aufeinandertreffen. Ebenso trennen sich nach der Mahlzeit, dem Sonnenbad und / oder der Paarung, die Wege der Tiere wieder.

Die Fortpflanzung ist wie bei anderen Schildkröten auch, eher ein Akt den das Männchen bestimmt und wo sich das Weibchen dem aufdringlichen Verhalten des Männchens unterordnet. Weibchen legen mehrere Gelege pro Jahr im Abstand von einigen Wochen. Dabei hängt es von der Größe und dem Alter der Tiere ab, wie groß ein Gelege jeweils ist. Die Zierschildkröte kann 2 bis 15 Eier legen. Um in Gefangenschaft gezielt weibliche Schildkröten zu brüten, erfordert es im Inkubator eine konstante Temperatur von 31,5 Grad. Der Schlupf erfolgt nach 60 bis 80 Tagen. Wenn männliche Zierschildkröten gezüchtet werden sollen, liegt die Temperatur im Inkubator bei 24 bis 27,5 Grad. Die Brutzeit ist dann länger als bei weiblichen Tieren.

Beim Schlupf wiegen die Tiere ca. 3 bis 4 Gramm und haben eine Größe von nur 25 mm.

Wer weibliche Zierschildkröten hält, muss unbedingt für einen geeigneten Platz der Eiablage sorgen. Ist dies nicht gegeben, kommt es im schlimmsten Fall zur Legenot der Weibchen, die meist mit dem Tod endet.

Winterstarre der Zierschildkröte

Die Winterstarre der Zierschildkröte beträgt fünf Monate. In dieser Zeit muss die Umgebungstemperatur bei 4 °C bis 8 °C liegen. In Gefangenschaft sollte die Zierschildkröte niemals im Gartenteich die Winterstarre machen, da die Temperatur in unseren Breitengraden deutlich unter dem kontinentalen Klima der USA liegt und die Tiere erkranken und sterben können. Wer keinen kühlen Raum für die Winterstarre hat, kann auch einen separaten Kühlschrank verwenden. Wichtig ist nur, dass der Kühlschrank an einem Ort steht bei dem die Umgebungstemperatur niemals unter 4 °C fällt, da ein Kühlschrank keine Wärme erzeugen kann und dann die Gefahr von Erfrierungen entsteht.

Ernährung / Futter

Zierschildkröten ernähren sich sehr vielseitig. Von Anfang an sollte immer ein Angebot aus verschiedenen Grünpflanzen wie Löwenzahn und anderen Wildkräutern angeboten werden. Die pflanzliche Ernährung nimmt im Wachstum einen immer größeren Stellenwert bei den Tieren ein. Die wichtigste Ernährung ist aber tierischer Art. Heuschrecken, Süßwasserfische (natürlich nur sehr kleine), Regenwürmer, Larven, Bachflohkrebse, Ameisenpuppen und andere Würmer, stehen fest auf dem Speiseplan einer Zierschildkröte.

Die typischen Futterprodukte die als Fertigmischung in der Tierhandlung angeboten werden, sind keine sinnvolle Ernährung für Schildkröten und sollten nur im äußersten Notfall verwendet werden.

Wärmelampe und Licht

Licht ist für Zierschildkröten sehr wichtig, sie haben einen hohen Bedarf an Helligkeit und leben auch in der Natur fast nur an Orten mit sehr viel Sonnenlicht. Anhand der Helligkeit verschiedener Plätze wissen sie, dass sie dort Wärme erwartet um auf Temperatur zu kommen.

Damit der Stoffwechsel hervorragend funktioniert, sollte die Schildkröte eine Temperatur von 33 °C haben. Sonnenplätze im Aquarium und Terrarium sollten deshalb mit mindestens 40 Grad punktuell erwärmt werden.

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